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Lange nichts mehr gelesen…

Posted in Uncategorized by andreasof on 5. Februar 2010

Ja, der letzte Eintrag ist vom 11. Mai 2009. Das mag daran liegen, dass der Blog auf die Volozeit in Salzwedel begrenzt war. Zwölf Wochen, die Spaß gemacht haben. Doch jetzt bin ich wieder im Rheinland und das ist gut. Mal sehen, wo es als Nächstes hingeht.

Neulich in Tylsen

Posted in Uncategorized by andreasof on 11. Mai 2009

Die Arbeit als Lokalreporter kann wie Urlaub sein. Zum Beispiel, wenn es zum Gemeinderat in ein abgelegenes Dorf geht. Kürzlich zum Beispiel fuhr ich nach Tylsen zum Gemeinderat. Die Tagesordnung war knapp, der öffentliche Teil schnell abgehandelt. Der Rat freute sich, dass mir der kleine Ort so gut gefiel. Die Bürgermeisterin wunderte sich, dass ich noch nie in Tylsen gewesen war und gab mir eine Wegbeschreibung zur Schlossruine am Rand des 132-Einwohner-Ortes. „Das müssen Sie unbedingt sehen. Gehen Sie hin, solange noch die Sonne scheint“, gab mir der Gemeinderat mit auf den Weg. Ach ja, in Tylsen können man sich nicht verfahren, zur Not habe sie ein Navigationssystem im Auto, sagte die Bürgermeisterin.

Und es ist wahr, um sich in Tylsen zurechtzufinden, braucht man kein Navigationssystem. Es gibt nur eine Straße mit diversen Verzweigungen. Klinkerhäuser, eine Feldsteinkirche und eine Informationstafel für Touristen. Etwas abgelegen schimmert ein Dorfteich im Wald.

Kein Verkehr, das über 1000 Jahre alte Dorf liegt in einer leichten Senke hinter Niephagen. zweieinhalb Kilometer von der L8 entfernt. Man fährt über eine schmale, unebene Straße durch einen Wald. Und eigentlich sollte man für sich behalten, wo genau dieser Ort liegt. Denn er ist so unglaublich friedlich und schön. An einem der Häuser – einstöckig, freistehend, kleiner Garten – hing bei meinem Besuch ein Schild: „Zu Verkaufen“. Vielleicht sollte ich mit der zuständigen Sparkasse sprechen…

Das Wetter

Posted in Uncategorized by andreasof on 11. Mai 2009

Als der Postbeamte Philippe Abrams in dem Kinofilm „Willkommen bei den Scht’is“ wegen eines „dreisten Schwindels“ in das nordfranzösische Bergues versetzt wird,  schenkt ihm seine Frau – mitten im Sommer – eine Daunenjacke. Ein leuchtendrotes, dick gefüttertes Exemplar.

Denn in Bergues ist es kalt, sehr kalt. Nach Meinung der Südfranzosen schneit es dort ständig. Ich hatte keine Vorurteile der Altmark gegenüber, was das Wetter angeht. Nach den letzten Wochen in der Kaltmark muss ich nochmal drüber nachdenken. Es ist immer kalt, selbst wenn es sonnig ist. In den letzten Tagen hatte ich in Bonn 20 Grad, für den Nordosten waren 14 Grad angesagt. Mein Vermieter hingegen denkt, es sei schon seit dem 1. Mai Frühling. Er hat die zischende, rumpelnde Heizung im Keller abgeschaltet. Seither knarzt eas abends nicht mehr im Fußboden, an der Stelle, wo der gemütliche Sessel steht. Dafür braucht man abends eine Decke. Zum Rauchen muss ich vor die Tür, auf die Terasse. Ich habe versucht, herauszufinden, wo es kälter ist: Darußen oder drinnen. Ich weiß es nicht.

Das Verrückte ist: Das Hochparterre in einem Altbau scheint generell sehr schattig zu sein, so dass man sich morgens dicker anzieht, als es sich mittags als richtig heraustellt. Denn die Redaktionsstuben sind im Dachgeschoss eines anderen Altbaus. Diverse brummende Macs und atmende Menschen heizen den kleinen Raum auf.

So ist die morgendliche Kleiderwahl unter Umständen falsch. Könnte man nicht ein wenig der Wärme aus dem Kontor in die heimische Kemenate mitnehmen? Vielleicht sollte ich per Mac G4 heizen? Mein aluminiumkühler Laptop gibt nicht genügend Wärme ab. Zeigt mir dank seiner Energieeffizienz die kalte Schulter. Zumal ich den Blog in den letzten Tagen etwas vernachlässigt habe. Was zum Teil an der Kälte liegt und zum Teil am ordentlichen Arbeitspensum. Mein Kollege Philipp lenkt ich außerdem ab, wir sitzen bis spät abends auf der Terasse und quatschen. Ein wenig Faulheit ist auch dabei, ich gebe es zu und gelobe Besserung.

Denn es ist interessant in Salzwedel. Demnächst mehr darüber.

Halbzeit im Osten

Posted in Uncategorized by andreasof on 24. April 2009

Sechs von zwölf Wochen bei der Salzwedeler Volksstimme sind vorbei. Zeit für eine Zwischenbilanz. Grob überschlagen kamen während 28 Arbeitstagen 60 bis 70 Artikel zusammen. Nicht alle waren interessant, das gebe ich zu. Das Lokalreporter-Klischee Kaninchenzuchtverein war allerdings nicht dabei. Dafür lernte ich zusammen mit Müttern und Vätern, wie und wann Kinder sprechen lernen, kletterte auf Kirchtürme und sprach mit dem Leiter des Tierparks, dessen Verwaltungsgebäude in der Nacht zuvor gebrannt hatte.

Hier habe ich gelernt, dass Kinder sich mit dreinhalb Jahren alles merken, was sie hören und alles wissen wollen. Dass Kirchturmtreppen oft schief und staubig sind und ein Kirchenschiff von oben aussieht wie der Mond. Unterhaltsam, bei allem nötigen Ernst, sind Gerichtstermine. Der Amtsgerichsdirektor bringt die Dinge gern auf deen Punkt, spricht Gerichtsnotoriker auch schon mal etwas deftiger an.

Auch ein Highlight: Der Landeswettbewerb der Sachsen-Anhalter Männerballette. Pelz und Plauze in Tüll verhüllt, schwangen die Männer in Fummeln ihre stämmigen Tanzbeine. Man stellt sich das vielleicht gruseliger vor, als es ist. Denn viele Choreografien waren ernsthaft einstudiert, geprobt und umgesetzt. Die Sieg-Kandidaten waren originell verkleidet und tanzten aufwändige Figuren. Eine vielköpfige Jury achtete auf die korrekte Ausführung. Schließlich gibt es kaum eine ernstere Angelegenheit als Karneval.

Ein herrliches Klischee, eine Karikatur des Lokaljournalisten ist Horst Schlämmer, der stellvertretende Chefredakteur des Grevenbroicher Tagblatts. Zumindest hier bin ich ihm noch nicht begegnet.

Dr. U.

Posted in Uncategorized by andreasof on 22. April 2009

Bürgermeister kleiner Orte sind es gewohnt, erkannt zu werden. In ihrem Dorf sind sie bekannt, auch in der Redaktion und in der Stadt. Der Gastvolontär von auswärts kennt den Bürgermeister nicht und der Bürgermeister kennt den Gastvolontär nicht. Das findet ein Bürgermeister oft nicht gut. Denn der Volontär weiß nicht, worum es geht. Besser wäre ein Redakteur. Der kennt sich aus und steht in der Hierarchie näher am Bürgermeister. Kritisch wertet der Bürgermeister die Berichterstattung aus, schreibt direkt nach der Lektüre eine Mail an die Redaktion, beklagt Ungenauigkeiten. Die Mail landet beim Autor des Artikels, dem Volontär. Der ruft den Bürgermeister an und erfährt: „Mit ihnen möchte ich nicht sprechen. Ich möchte mit der Redaktionsleitung sprechen.“ Es ist jedoch alles halb so schlimm, grundsätzlich mag man sich und grundsätzlich falsch war der Artikel auch nicht.

Ein Kollege erlebte den Humor eines anderen Lokalpolitikers. Als sich der Kollege vorstellte, bemerkte der Politiker: „Aha, ein Volontär. Dann ist ja die gute Berichterstattung für morgen garantiert“. Beschwert hat er sich über den Artikel nicht. So schlimm kann es mit dem Volontär also nicht gewesen sein.

Bonn – Salzwedel

Posted in Uncategorized by andreasof on 20. April 2009

Draußen vorm Balkon düsenjägert der Rasentraktor, kürzt die Halme. Auf dem Youngtimer sind die Sommerreifen montiert, bis zu 20 Grad sind heute versprochen. T-Shirt-Wetter, Reisewetter. Heute geht es nach zehn Tagen Urlaub wieder zurück nach Salzwedel.

Unter anderen Bedingungen als beim ersten Mal. Da regnete es in ganz Deutschland. Das Wetter auf den 500 Kilometern ostwärts unterschied sich Anfang März nur in Scheibenwischerstufe zwei und drei. Am Nachmittag war ich losgefahren, an Wuppertal, Dortmund, Hannover, Wolfsburg vorbei. Ich kam im Dunkeln an. In einer Kleinstadt voll mittelalterlicher Fachwerkhäuser. Das Appartment, das ich bezog, war kalt und dunkel. Das änderte sich auch in den nächsten Wochen nicht wesentlich.

Inzwischen bin ich umgezogen, in eine hellere, besser geheizte Pension. Mit Küche und Waschmaschine. Was man eben braucht, wenn man auch drei Wochen am Stück dort bleibt, wohin der Einsatzplan den Volo schickt. Ich bin gerne dort.

Doch erst wollte ich nicht hin. Ich kannte die Stadt nicht, in der ich drei Monate arbeiten sollte. Google Maps verriet mir, dass Salzwedel irgendwo im Nirgendwo liegen musste. Für mich als Süddeutschen weit im Norden. „Willkommen bei den Sch’tis“ dachte ich.

Auf der östlichen Seite der ehemaligen Demarkationslinie. „In der Zone“, wie manche Kollegen bemerkten. Mindestens 60 Kilometer bis zur nächsten Autobahn. Kein Nachtleben. Jedoch ein Kino, wie mir die Salzwedeler Redaktionsleiterin am Telefon verriet.

Wir telefonierten zwei oder drei Mal. Sie nahm sich Zeit, machte mich neugierig. Nach Urlaub hörte es sich nicht an. Dafür nach einer spannenden Zeit mit sympathischen Kollegen. Und so ist es gekommen.

Nach den ersten sechs von zwölf Wochen kann ich sagen: Es macht Spaß, in Salzwedel zu arbeiten. Ein wenig ist es eben wie in dem französischen Film mit den Scht’is. Dort wird ein Postbeamter von Aix en Provence in die Nähe der belgischen Grenze strafversetzt, weil er einen Behinderten mimte und aufflog. Genau wie in dem Film sind die Menschen in Salzwedel herzlich, freundlich und hilfsbereit. Nur einen merkwürdigen Dialekt sprechen die Altmärker nicht. Merkwürdig sind nur manche Ortsnamen in der Umgebung. Das ist (später) einen eigenen Eintrag wert.

29410 Salzwedel

Posted in Uncategorized by andreasof on 20. April 2009

Salzwedel ist 750 Jahre alt, Hansestadt und Mittelzentrum mit 20.622 Einwohnern. So viele will die Stadt im März 2009 gezählt haben. Es gibt ein Amtsgericht, eine Freiwillige Feuerwehr, ein Kreiskrankenhaus und zwei Tageszeitungen.

Sehenswürdigkeiten sind zum Beispiel der Märchengarten mit nachgebauten Szenen bekannter Märchen. Oder der Bismarkturm im Osterhasenwald. Vier Kirchen – drei evangelische und eine katholische – stehen in der Stadt.

Wer ohne Auto weg will, fährt mit der Nasa, das ist die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH. Oder er nutzt die Amerika-Linie. Die führte früher von Berlin nach Bremen. Weil dort Auswanderer aufs Schiff stiegen, nannte der Volksmund die Trasse eben nach dem Sehnsuchtsort der Auswanderer, Amerika. Heute verbindet die Strecke Hamburg und Berlin.

Wer mit dem Auto wegfährt, kommt erst nach etwa 60 Kilometern auf eine Autobahn, die A39 bei Wolfsburg. Und wer von Salzwedel kommt, bringt meistens Baumkuchen mit. Seit 150 Jahren fertigen Bäcker in der Hansestadt diese filigran-massive Leckerei.

Amtsgericht Salzwedel

Amtsgericht Salzwedel

Marktplatz Salzwedel

Marktplatz Salzwedel

Stefan ist schuld

Posted in Uncategorized by andreasof on 19. April 2009

Ohne meinen Kollegen Stefan Miete gäbe es dieses Blog nicht. Nicht, dass Stefan selbst bloggte oder ein Nerd wäre. Ist er nicht. Er ist Chefreporter bei der AUTO ZEITUNG und als solcher unterhaltsam und neugierig. Er hat einmal zu oft nach einem Blog gefragt. Nach einem Blog mit dem inoffiziellen Titel „Of im Osten“. Jetzt ist er da, der Blog. Danke, Stefan. Manchmal machen Kollegen eben nichts als Arbeit.

Hello world!

Posted in Uncategorized by andreasof on 18. April 2009

Noch ist das Blog eine Baustelle. Bald wird hier Inhalt zu sehen sein. Zum Beispiel darüber, was der Autor (Wessi) als Gastvolontär im Ost-Bundesland Sachsen-Anhalt erlebt. Für drei Monate arbeitet er, der gerne in der kleinen Großstadt Bonn lebt, in der Klein- und Hansestadt Salzwedel.