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Bonn – Salzwedel

Posted in Uncategorized by andreasof on 20. April 2009

Draußen vorm Balkon düsenjägert der Rasentraktor, kürzt die Halme. Auf dem Youngtimer sind die Sommerreifen montiert, bis zu 20 Grad sind heute versprochen. T-Shirt-Wetter, Reisewetter. Heute geht es nach zehn Tagen Urlaub wieder zurück nach Salzwedel.

Unter anderen Bedingungen als beim ersten Mal. Da regnete es in ganz Deutschland. Das Wetter auf den 500 Kilometern ostwärts unterschied sich Anfang März nur in Scheibenwischerstufe zwei und drei. Am Nachmittag war ich losgefahren, an Wuppertal, Dortmund, Hannover, Wolfsburg vorbei. Ich kam im Dunkeln an. In einer Kleinstadt voll mittelalterlicher Fachwerkhäuser. Das Appartment, das ich bezog, war kalt und dunkel. Das änderte sich auch in den nächsten Wochen nicht wesentlich.

Inzwischen bin ich umgezogen, in eine hellere, besser geheizte Pension. Mit Küche und Waschmaschine. Was man eben braucht, wenn man auch drei Wochen am Stück dort bleibt, wohin der Einsatzplan den Volo schickt. Ich bin gerne dort.

Doch erst wollte ich nicht hin. Ich kannte die Stadt nicht, in der ich drei Monate arbeiten sollte. Google Maps verriet mir, dass Salzwedel irgendwo im Nirgendwo liegen musste. Für mich als Süddeutschen weit im Norden. “Willkommen bei den Sch’tis” dachte ich.

Auf der östlichen Seite der ehemaligen Demarkationslinie. “In der Zone”, wie manche Kollegen bemerkten. Mindestens 60 Kilometer bis zur nächsten Autobahn. Kein Nachtleben. Jedoch ein Kino, wie mir die Salzwedeler Redaktionsleiterin am Telefon verriet.

Wir telefonierten zwei oder drei Mal. Sie nahm sich Zeit, machte mich neugierig. Nach Urlaub hörte es sich nicht an. Dafür nach einer spannenden Zeit mit sympathischen Kollegen. Und so ist es gekommen.

Nach den ersten sechs von zwölf Wochen kann ich sagen: Es macht Spaß, in Salzwedel zu arbeiten. Ein wenig ist es eben wie in dem französischen Film mit den Scht’is. Dort wird ein Postbeamter von Aix en Provence in die Nähe der belgischen Grenze strafversetzt, weil er einen Behinderten mimte und aufflog. Genau wie in dem Film sind die Menschen in Salzwedel herzlich, freundlich und hilfsbereit. Nur einen merkwürdigen Dialekt sprechen die Altmärker nicht. Merkwürdig sind nur manche Ortsnamen in der Umgebung. Das ist (später) einen eigenen Eintrag wert.

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